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Oktober-Arbeitslosigkeit in der Mecklenburgischen Seenplatte auf 27-Jahres-Tief

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„Die viel zitierte Herbstbelebung in der Wirtschaft wirkt sich in diesem Jahr noch kräftiger aus als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. So sank die Arbeitslosigkeit im Oktober 2017, bedingt durch das Beschäftigungswachstum, den saisonalen Verlauf und den demografischen Effekt auf den tiefsten Stand seit über einem Vierteljahrhundert“, sagt Thomas Besse, Chef der Neubrandenburger Arbeitsagentur im Rahmen der monatlichen Pressekonferenz am 6.11.2017.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Seenplatte im Überblick

·        Zahl der Arbeitslosen: 12.922  (- 1.519 im Vergleich zum Oktober 2016)

·        Arbeitslosenquote: 9,6 Prozent

·        Rückgang der Arbeitslosigkeit (Vormonat) in den Jobcentern;
         leichter saisontypischer Anstieg in der Arbeitsagentur

·        Freie Stellen: 2.574

·        Stärkster Rückgang der Arbeitslosigkeit in Altentreptow (-17 Prozent)

·        Niedrigste Arbeitslosenquote in Röbel (7,2 Prozent)

·        Höchste Arbeitslosenquote in Demmin (13,1 Prozent)

·        Erhöhung der Anzahl sozialversicherungspflichtig arbeitender Menschen um fast 800

·        Investition in Qualifizierung: 4 Millionen Euro

·        Prognose des IAB: 1.100 neue Arbeitsplätze in 2018 möglich

 „Die Oktober-Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie seit 27 Jahren nicht. Nach dem Sommer ist vor allem die Beschäftigung wieder kräftig angesprungen: Binnen eines Jahres ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig arbeitenden Menschen um fast 800 (es liegen die März-Daten vor) gestiegen. Außerdem ist das Angebot an freien gemeldeten Stellen weiter hoch: Rund 2.570 offene Arbeitsplätze warten auf Bewerberinnen und Bewerber und natürlich wirkt daneben auch der demografische Effekt“, zieht Arbeitsagentur-Chef Besse Bilanz. „Diesen Schub am Arbeitsmarkt müssen wir nutzen, um Chancen zu schaffen – für die, die neu zu uns gekommen sind und länger bleiben werden genauso wie für die, die bisher von der guten Entwicklung der Beschäftigungslage noch nicht profitieren konnten.“

Im Landkreis der Mecklenburgischen Seenplatte sind einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge im kommenden Jahr 1.100 neue Arbeitsplätze möglich. Die Studie geht für 2018 von durchschnittlich 93.900 sozialversicherungspflichtigen Jobs in der Seenplatte aus. Das entspricht einem Wachstum von 1,2 Prozent. Dafür verantwortlich ist nach Einschätzung des Agenturchefs die „stabile Konjunktur“, die weiter positiv auf den Arbeitsmarkt wirkt. Die Seenplatte liegt damit leicht unter den Erwartungen für Mecklenburg-Vorpommern. „Hier rechnen die Wissenschaftler mit einem Stellenzuwachs von 1,6 Prozent“, weiß Besse.

Immer schwieriger werden hingegen die Auswirkungen des in vielen Branchen beklagten Mangels an Arbeitskräften. „In der Seenplatte könnten bereits im Jahr 2027 rund 15.000 qualifizierte Arbeitskräfte fehlen“, rechnet Besse vor. Für ihn ist die Stärkung der beruflichen Bildung bei der Bekämpfung von Fachkräfteengpässen das Mittel der Wahl. Aber auch Arbeitnehmer/innen, die in Beschäftigung stehen, können ihr Arbeitsmarktrisiko verringern. „Wir bieten ausdrücklich den Unternehmen unsere Unterstützung an. Nach Absprache können auch Beschäftigte mit finanzieller Unterstützung der Arbeitsagentur gefördert werden, “ betont Besse.

In vielen Branchen registriert der Arbeitgeberservice von Agentur für Arbeit und den Jobcentern im Landkreis unbesetzte Stellen. „Die meisten freien Jobs gibt es auf dem Bau, in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Kindertagesstätten und in verarbeitenden Betrieben. Ein Drittel aller offenen Stellen kommt von Leiharbeitsunternehmen und Callcentern. Dabei bleiben viele Stellen wegen des Fachkräfteengpasses in einigen Branchen oft länger als früher unbesetzt“, weiß Thomas Besse.

Gemeldete Arbeitsstellen

Die Zahl der gemeldeten freien Arbeitsstellen liegt aktuell bei 2.574 (+19 Prozent oder + 404 Stellen zu Oktober 2016).

Die größte Nachfrage gab es im Oktober aus den Bereichen: Callcenter und Zeitarbeit (931 freie Stellen im Bestand), Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (296), im Baugewerbe (291), im verarbeitenden Gewerbe (283), Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (187) sowie im Gastgewerbe (124).

PM/ Jobcenter